Holzschnitt 1510
    
Niklaus von Flüe
Bruder Klaus  
  
 
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   Im Herzen von Europa  

Bruder Klaus

    Foto: Bruder Klaus
  
Bruder Klaus in Luzern – ©TAUAV – digitally remastered by WTH
     
Im Herzen von Europa lebte vor etwas mehr
als 500 Jahren Bruder Klaus. Sein besonderes
Charisma mit der grossen Ausstrahlungskraft
kann auch heute noch viele Menschen auf
sich aufmerksam machen und begeistern.
Wer war Bruder Klaus? Wer ist Bruder Klaus?
   

Im Blickpunkt …
  
Stanser Verkommnis 1481
  
Bern versus Solothurn, wo gab es zu Lebzeiten von Bruder Klaus mehr und grössere Verehrer? In späteren Zeiten gab es sicher in Solothurn mehr Fans als in Bern, zu Lebzeiten jedoch nicht.
  
Auf die Fürsprache von Bruder Klaus seien Freiburg und Solothurn in den Bund der Eidgenossen aufgenommen worden. Das ist so nicht richtig. – Viel­leicht gibt es Leute, die in einem früheren Leben als Mäuschen bei den ge­hei­men Verhandlungen in Stans dabei waren. – Richtig ist vielmehr: Bruder Klaus machte einen Vorschlag, dessen Umsetzung es in weiterer Folge ermöglichte, dass die bei­den Städte auf­genommen werden konnten. Es ging nicht bloss um die Aufnahme dieser beiden Städte in den Bund, es ging um viel mehr. Wie kom­plex aber war die Situation?
  
Das Stanser Verkommnis sei ein Kompromiss gewesen (Kompromiss kommt ja von kompromittieren, nicht gerade ein schöner Zusammenhang). Das wä­re zu billig geurteilt. Einen solchen Schwachsinn sollte man am besten nicht mehr fortsetzen. Wie war die Ausgangslage? Was können wir wissen? Ge­schichts­klitterung sollten wir tunlichst vermeiden.
  
Es standen sich zwei Blöcke gegenüber. Auf der einen war das Burgrecht zwischen den Städten Luzern, Zürich und Bern. Bern hatte zudem ein Burg­recht mit Freiburg und Solothurn, Zürich mit der Stadt St. Gallen usw. Auf der anderen Seite stand das Landrecht zwischen den fünf Orten: Uri, Schwyz, Unterwalden, Glarus und Zug sowie dem Gaugrafen des Thurgaus, in Personalunion mit dem Bischof von Konstanz. Schwyz war zudem Schutz­macht der Stadt Rapperswil und des Klosters St. Gallen usw. Die beiden Allianzen standen nun über Jahre unversöhnlich gegenüber, keine Seite woll­te nachgeben, geschweige denn den Anderen überhaupt zuhören.
  
Zwischen Bern und Luzern gab es erhebliche Spannungen wegen des Amstaldenhandels (Quelle 014), wo der Luzerner Schultheiss Kaspar von Hertenstein (Ritter von Frankreich) den Berner Schultheiss, Adrian von Bubenberg, beschuldigte, er hätte den geplanten Aufstand der Entlebucher unterstützt. Die Berner Ratsherren waren empört und gaben es den Luzern schriftlich, dass diese falsche Anschuldigung das Burgrecht gefährden könn­te. Bern wäre also bereit gewesen, das Burgrecht aufzugeben, wenn sie nicht Freiburg und Solothurn gegenüber besonders verpflichtet gewesen wären, welche beide in den Burgunderkriegen auf der Seite der Allianz der Eid­ge­nossen kämpften. Nun zur Kriegs-Allianz gehörten damals auch Lothringen, Vor­derösterreich und die Niedere Vereinigung. – Wer oder was hätte nun die Berner Ratsherren zu einer endgültigen Haltung überzeugen können? Luzern und Zürich hätten dann aussenvor bleiben können oder ebenso entscheiden können. Es hängte nun alles von den Bernern ab.
  
Burgrecht versus Landrecht. Warum dieser Gegensatz? Warum nicht eine Rechts­lage schaffen, worin beide Rechtsformen aufgehoben und dem Sinn nach doch weiterexistieren konnten, ohne Namen. Das Stanser Verkommnis vom Dezember 1481 war nicht einfach bloss ein Kompromiss, es war eine Synthese. Wurde da nicht ein Zaun entfernt? Die Verbündeten Berns, Freiburg und Solothurn, durften dem neuen Bund der Eidgenossen beitreten, die Verbündeten der anderen Orte als so genannte «Zugewandte Orte» in schwächerer Form mit dabei sein.
  
Bei der Stanser Tagsatzung 1481 fehlte bei den Ratsherren auf beiden Seiten eine Integrationsfigur, der alle zuzuhören bereit gewesen wären. Die hätte es gegeben, sie starb jedoch zwei Jahre davor, im August 1479. Es war Adrian von Bubenberg. Doch kurz nach seinem Tod tauchte in Bern ein apostolischer Abbreviator (Protonotar) auf und monierte, dass Adrian von Bubenberg eigentlich exkommuniziert gewesen sei. Wie hätten sich die Versammelten danach gerade ihn als eben diese Integrationsfigur vorstellen können, die er zeitlebens wirklich gewesen war. Es ist durchaus möglich, dass Bruder Klaus der Runde empfahl, sich vorzustellen, wie dieser als Berner, die Sache sehen würde. Das wäre dann der entscheidende Impuls gewesen, die Delegation aus Bern umzustimmen, bzw. einer Synthese der beiden jetzt eben noch konkurrierenden Rechtsformen zuzustimmen. Ja, wa­rum eigentlich nicht? – Aber war der Ritter nicht eben gerade als «gefallener Held» abgestempelt worden, dessen Name niemand mehr öffentlich in den Mund nehmen wollte? Und was war denn in der durch Heimo am Grund über­brachten Empfehlung des Einsiedlers so geheim? Hätte da etwas Bruder Klaus selbst kompromittieren können?
  
Der Friedenstifter im Ranft, wie hatte er sich seinerzeit zu den Burgunder­kriegen geäussert? Es ist diesbezüglich nichts bekannt. Aber von seinem Freund, dem Ritter Adrian aus Bern, ist bekannt, dass er dagegen war, dass Bern und die Eidgenossen einen Angriffskrieg anzetteln sollten. Für eine Ver­teidigung war er grundsätzlich zu haben, aber nicht für eine Aggression. Friedenssicherung war stets sein Bestreben. – War er jeweils in den Tag­satzungen nicht irgendwie ein «Sprachrohr» von Bruder Klaus? – Für diese Hal­tung wurde er vom Berner Rat 1475 suspendiert und es wurde ihm unter­sagt, im Namen Berns noch weiterhin diplomatisch tätig zu sein. Als dann der «gefeuerte» Ratsherr und militärische Stratege später dennoch als der Held von Murten gefeiert wurde, kam dies in den Geschichtsbüchern meis­tens so rüber, als ob Bern ihm den Auftrag erteilt hätte, Murten zu vertei­di­gen. Gewiss, er hatte einen Auftrag dazu, aber von wem? Nicht von Bern, sondern von der Regentin Savoyens, Jolanthe von Valois, der Schwester Kö­nig Ludwigs XI. von Frankreich. Murten gehörte zum Herrschaftsgebiet Sa­voyens, was die Tagsatzung der Eidgenossen eben noch so festgehalten hatte. Murten wurde von einer savoyischen Garde und einem französischen Kontingent verteidigt und nicht von Eidgenossen, ausser eben noch von Adrian von Bubenberg und seinen Knechten.
  
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Mittwoch, 23. August 2017 00:16 Uhr
   
Bruder Klaus · Niklaus von Flüe · Flüeli-Ranft · Schweiz
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Letzte Dateiänderung: 20.08.2017 15:23:40
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
    
  
  
  
  
  
  
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